Pirsch
2017
Infos

Auf der Pirsch in der Umgebung Riggisberg.
Die Treibjagd erfordert viel Geduld.  Lauern auf dem Wildwechsel – von welcher Seite kommt der Wind? … Tracker vom Hund schauen um die genaue Position des Treibhundes zu kennen. Dann plötzlich kommt ein Fuchs, scheinbar lautlos. So rasch wie er aus dem Nichts gekommen ist, ist er auch schon wieder weg. Aufgescheucht vom Bellen des Hundes huscht er nochmals an uns vorbei, ein kurzer Blick zu uns und weg ist er. Nach langem Warten wechseln wir das kleine Waldstück. Eine kurze Einweisung des Jägers an seine „Treiber“ – einer unten in der Furche, einer oben am Kamm des Hanges wo der Wald in die Wiese wechselt. Schon beim vorsichtigen suchen nach der richtigen Position für eine übersichtliche Schussabgabe huschen zwei Rehe über die Wiese weg. Der Jäger flucht … wir versuchens trotzdem. Von weitem hören wir die Hunde bellen, wieder geistert ein Fuchs an uns vorbei. Wir lauschen dem Augenblick und genießen die geisterhafte Erscheinung. Wir spüren die Anspannung die in der Luft liegt, der Jäger will heute ein Reh! Er beginnt wieder zu fluchen als der gleiche Fuchs nochmals flink und frech auf dem Wildwechsel an uns vorbeizieht. Ürsu, sichtlich im Jagdfieber, überprüft eilig den GPS-Tracker des Hundes, möchte jagen… er meint wenn der Fuchs nochmals an uns vorbei zieht, erschieße ich ihn. Rehe sehen wir keine mehr. Plötzlich ist der Fuchs wieder da. Ürsu hat die Schrotflinte bereits im Anschlag. Der Fuchs sieht uns nicht und hat auch keine Witterung. Etwa 5 Meter vor uns, bleibt er stehen und schaut uns an. Er dreht und haut ab, Ürsu schießt – es gibt einen lauten Knall und die Blätter wirbeln in die Luft. Ürsu hat den Fuchs nicht getroffen, flucht inbrünstig und ich lache laut heraus. Wir wechseln erneut in einen anderen kleinen Waldbitz. Der Treibhund scheucht diesmal tatsächlich ein Reh auf. Es rennt jedoch so schnell an uns vorbei, der Jäger hat keine Chance zu reagieren. Wir blieben ruhig und da hoppelt doch tatsächlich ein Hase in unsere Richtung. Ich sehe den schon als Ragout auf meinem Teller, dazu etwas Polenta. Hasi ist jedoch geschützt und darf nicht bejagd werden. Ich traue meinen Augen nicht als er zwei Meter nebem Ürsu auf dem Boden sitzt. Mit einem geübten Jagdauge ist dieser auf dem drittletzten Bild (SW) in der Gallerie, zwischen Jäger und Baum zu sehen. Der Tag endet schlussendlich ohne Jagderfolg, mit viel schweigsamen Kilometern und ein paar geisterhaften Begegnungen. Schön wars – mersi Ürsu!

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